
Er befahl Massenhinrichtungen.
Er ließ Kinder deportieren und ermorden.
Er verwandelte Böhmen und Mähren in ein Reich des Terrors.
Und als das Dritte Reich zusammenbrach, flehte er plötzlich um Gnade.
Doch niemand wollte ihm helfen.
Sein Name war Karl Hermann Frank – einer der gefürchtetsten Nazi-Verbrecher Europas.
VOM EINÄUGIGEN FANATIKER ZUM HERRSCHER DES SCHRECKENS
Geboren 1898 im damaligen Österreich-Ungarn, verlor Karl Hermann Frank bereits als Kind sein rechtes Auge bei einem Unfall.
Der Makel hinderte ihn daran, im Ersten Weltkrieg Soldat zu werden.
Doch sein Hass und Nationalismus wuchsen mit den Jahren.
Schon früh kämpfte er für die Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich und entwickelte sich zu einem fanatischen Anhänger Adolf Hitlers.
HITLERS MANN IN PRAG
Nach der Besetzung der Tschechoslowakei stieg Frank rasant auf.
Als Höherer SS- und Polizeiführer kontrollierte er Gestapo, Sicherheitsdienst und Polizei.
Tausende Menschen landeten wegen seiner Befehle in Gefängnissen, Konzentrationslagern oder vor Erschießungskommandos.
Gemeinsam mit Reinhard Heydrich errichtete er ein Terrorregime, das ganz Böhmen und Mähren in Angst versetzte.
Juden wurden enteignet.
Widerstandskämpfer verhaftet.
Familien auseinandergerissen.
DIE BLUTIGE RACHE NACH HEYDRICHS TOD
Als Reinhard Heydrich im Juni 1942 an den Folgen eines Attentats starb, verlangte Hitler gnadenlose Vergeltung.
Karl Hermann Frank setzte die Befehle mit erschreckender Härte um.
Sein Ziel:
Ein Exempel zu statuieren.
DAS DORF, DAS VON DER LANDKARTE VERSCHWAND
Lidice.
Ein kleines tschechisches Dorf.
Die Bewohner hatten nichts mit dem Attentat auf Heydrich zu tun.
Doch für die Nazis spielte das keine Rolle.
Am 10. Juni 1942 begann die Hölle.
Alle Männer wurden erschossen.
Frauen in Konzentrationslager deportiert.
Kinder von ihren Familien getrennt.
Viele der Kinder wurden später in Gaswagen ermordet.
Die Häuser wurden niedergebrannt.
Die Gebäude gesprengt.
Sogar der Friedhof wurde zerstört.
Lidice sollte aus der Geschichte ausgelöscht werden.
HUNDERTE TOTE – TAUSENDE OPFER
340 Bewohner von Lidice wurden ermordet.
Kurz darauf traf das Schicksal auch das Dorf Ležáky.
Dort wurden sämtliche Erwachsenen erschossen.
Die Kinder deportiert.
Insgesamt fielen mehr als 1.300 Menschen den Vergeltungsaktionen nach Heydrichs Tod zum Opfer.
Die Tschechen gaben Frank bald einen neuen Namen:
„Bluthund Frank“.
DER FALL DES SCHRECKENSHERRSCHERS
Als Deutschland 1945 zusammenbrach, versuchte Frank zu fliehen.
Er hoffte, sich den Amerikanern ergeben zu können.
Doch sein Plan scheiterte.
Er wurde verhaftet und nach Prag ausgeliefert.
Dort musste er sich für seine Verbrechen verantworten.
„ICH BIN NICHT SCHULDIG!“
Vor Gericht versuchte Frank, jede persönliche Verantwortung abzustreiten.
Er behauptete, lediglich Befehle ausgeführt zu haben.
Die Richter ließen sich davon nicht beeindrucken.
Die Beweise waren erdrückend.
Die Zeugenaussagen vernichtend.
Das Urteil stand praktisch fest, bevor der Prozess begann.
DER TODESURTEIL
Am 21. Mai 1946 wurde Karl Hermann Frank wegen Hochverrats sowie seiner Verantwortung für die Massaker von Lidice und Ležáky zum Tode verurteilt.
In seiner Verzweiflung schrieb er sogar an den tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Beneš und bat um Gnade.
Vergeblich.
Niemand hatte vergessen, was er dem tschechischen Volk angetan hatte.
5.000 MENSCHEN WOLLTEN SEIN ENDE SEHEN
Am 22. Mai 1946 wurde Frank öffentlich im Pankrác-Gefängnis in Prag hingerichtet.
Mehr als 5.000 Menschen versammelten sich, um den Sturz des Mannes zu erleben, der jahrelang Angst und Tod über ihr Land gebracht hatte.
Unter den Zuschauern befanden sich auch Überlebende aus Lidice.
Frauen, die ihre Männer, Kinder und Familien verloren hatten.
SEINE LETZTEN WORTE
Selbst am Galgen zeigte Frank keine Reue.
Seine letzten Worte lauteten:
„Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben.“
Dann wurde die Schlinge zugezogen.
Der „Bluthund von Prag“ war tot.
KEINE TRÄNEN FÜR KARL HERMANN FRANK
Anders als viele seiner Opfer erhielt Frank kein ehrwürdiges Grab.
Er wurde anonym beerdigt.
Für die meisten Tschechen war sein Tod nicht nur eine Hinrichtung.
Er war das späte Ende eines Mannes, dessen Name bis heute für Terror, Brutalität und eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte steht.