Der GRUSELIGSTE Mann des Vietnamkriegs

Exklusiv: Das Phantom des Dschungels – Die ungelöste Saga von Master Sergeant Jerry „Mad Dog“ Schriver

 

Sein Name allein genügte, um beim Vietkong blankes Entsetzen auszulösen. Master Sergeant Jerry Michael Schriver, ein Mann, der zur Legende und dann zum größten Rätsel des Vietnamkriegs wurde, ist nie von seiner letzten Mission zurückgekehrt. Neue Archivrecherchen und Augenzeugenberichte zeichnen das Porträt eines Soldaten, der den Konflikt wie kein anderer prägte und spurlos im grünen Inferno verschwand.

 

Auf den ersten Blick wirkte der Mann aus Florida unscheinbar, fast teilnahmslos. Doch hinter dieser Fassade verbarg sich eine berechnende Kraft, die tief in feindliches Territorium vordrang. Für den Vietkong war er ein Phantom, greifbar nur im plötzlichen Blitzen von Mündungsfeuer, bevor er wieder in den Schatten des Dschungels verschmolz.

 

Seine Karriere begann unspektakulär, doch sein instinktives Talent für den Krieg zeichnete ihn früh aus. Schriver meldete sich zur Armee und durchlief die Höllenschmiede der Special Forces, der Green Berets. Dort fand er seine Bestimmung: in Missionen, die offiziell nie existierten.

 

Vietnam war sein Element. Während andere an der allgegenwärtigen Paranoia zerbrachen, blühte Schriver auf. Seine eiskalte Konzentration und sein Überlebenswille wurden legendär. Er führte sein Team stets von vorn an und verlangte nie etwas, was er nicht selbst zu tun bereit war.

 

Sein wahrer Wirkungsraum war das streng geheime MACV-SOG. Diese Einheit operierte tief in Laos und Kambodscha, ohne Hoffnung auf Verstärkung. Schrivers Respekt gegenüber den indigenen Montagnards und seine unbeirrbare Führung sicherten ihm deren bedingungslose Loyalität in aussichtslosesten Lagen.

 

Die Rettung amerikanischer Kriegsgefangener aus einem Hochsicherheitslager in Laos 1967 zementierte seinen Ruf. Trotz einer Schussverletzung weigerte er sich, in den Hubschrauber zu steigen, bevor nicht jeder Gerettete an Bord war. Für diese Tat erhielt er einen weiteren Silver Star – eine Auszeichnung, die ihn kalt ließ.

Der Feind reagierte mit einem astronomischen Kopfgeld. Der Vietkong fürchtete ihn als „weißen Geist“ oder Dämon, dem Kugeln nichts anhaben konnten. Diese Angst war real und wurde zu einer psychologischen Waffe, die seine tatsächliche Gefährlichkeit noch multiplizierte.

 

Dann, am 24. April 1969, startete die finale Mission. Das Ziel: eine massive nordvietnamesische Kommandobasis in Kambodscha auskundschaften und für Luftschläge markieren. Es war ein Himmelfahrtskommando. Schriver meldete sich freiwillig.

 

Die Landung geriet sofort zur Falle. Hunderte feindliche Soldaten hatten das Gebiet umstellt. In einem infernalischen Feuergefecht versuchte Schriver, sein Team zu organisieren und Verwundete in Sicherheit zu bringen. Dann riss der Funkkontakt ab.

 

Die anschließende Suchaktion mit massivem Bombardement blieb ergebnislos. Der Dschungel schien die gesamte Einheit verschluckt zu haben. Keine Leichen, keine Ausrüstung, keine Spur. Jerry Schriver wurde als „Missing in Action“ gelistet.

 

In den folgenden Jahren sickerten beunruhigende Berichte frei gelassener Kriegsgefangener durch. Sie erzählten von einem bleichen, langhaarigen Amerikaner in Ketten in geheimen Lagern. Konkrete Beweise gab es nie. 1974 erklärte die US-Armee Jerry Schriver für tot.

 

Bis heute wurden keine Überreste gefunden. Mit über 100 Kampfeinsätzen und höchsten Tapferkeitsauszeichnungen bleibt sein Vermächtnis unbestritten. Sein endgültiges Schicksal jedoch ist eines der dunkelsten, ungelösten Geheimnisse des Vietnamkriegs – das Phantom des Dschungels kehrte nie nach Hause zurück.