DAS „MASSAKER DER WEINENDEN KINDER“ — DIE NAZI-OFFIZIERE, DIE TAGELANG DARÜBER DISKUTIERTEN, OB BABYS ERSCHOSSEN WERDEN SOLLTEN… UND DANN 90 JÜDISCHE KINDER IN EINEM SCHULKELLER ABSCHLACHTETEN

 

August 1941.
Deutsch besetzte Ukraine.

Die Erwachsenen sind bereits tot.

Am Stadtrand von Bila Tserkva füllen sich Massengräber mit Leichen, nachdem deutsche Einsatzgruppen tagelang die jüdische Bevölkerung systematisch erschossen haben.

Frauen.

Männer.

Alte Menschen.

Ganze Familien ausgelöscht durch Salven aus Karabinern und Maschinenpistolen.

Doch ein grausames Problem bleibt bestehen.

Etwa 90 Kinder leben noch.

Einige sind Kleinkinder.

Andere erst wenige Monate alt.

Eingesperrt in einem verdreckten Schulgebäude schreien sie ununterbrochen nach ihren Eltern.

Und zwei Tage lang diskutieren deutsche Offiziere über eine einzige unfassbare Frage:

„Sollen auch die Kinder erschossen werden?“

DIE SCHULE VOLLER SCHREIE

Soldaten beschrieben die Zustände im Gebäude später als „unerträglich“.

Der Boden war mit Exkrementen bedeckt.

Fliegen krochen über halb nackte Kinder.

Säuglinge schrien ohne Pause.

Ältere Kinder kratzten Kalk von den Wänden und aßen ihn vor Hunger.

Selbst Frontsoldaten hielten das Weinen irgendwann nicht mehr aus.

Ein Soldat sagte angeblich leise:

„Ich habe auch Kinder zu Hause.“

Als evangelische und katholische Militärgeistliche das Gebäude betraten, waren selbst sie schockiert von dem, was sie sahen.

Doch die Mordmaschine des NS-Regimes lief bereits auf Hochtouren.

DIE SS-FÜHRER, DIE DEN TOD DER KINDER BESCHLOSSEN

Die Massaker von Bila Tserkva wurden von der Einsatzgruppe C durchgeführt — einer mobilen SS-Todeseinheit, die Hitlers Armeen in die Sowjetunion folgte.

Ihr Auftrag war eindeutig:

Die Ermordung aller Menschen, die von den Nazis als „unerwünscht“ angesehen wurden.

Bis zum Spätsommer 1941 bedeutete das längst nicht mehr nur jüdische Männer.

Auch Frauen und Kinder standen nun auf den Todeslisten.

Einige Wehrmachtsoffiziere versuchten noch einzugreifen.

Oberstleutnant Helmuth Groscurth leitete verzweifelt Beschwerden weiter und hoffte, irgendjemand würde die Erschießung stoppen.

Doch die endgültige Entscheidung traf Generalfeldmarschall Walter von Reichenau persönlich.

Die Kinder sollten sterben.

Die „Aktion“ müsse ordnungsgemäß beendet werden.

„DIE SCHREIE WAREN UNVORSTELLBAR“

SS-Offizier August Häfner schilderte das Massaker später bei Verhören nach dem Krieg.

Selbst er behauptete, zunächst gezögert zu haben.

Nicht aus Mitgefühl.

Sondern weil er befürchtete, deutsche Soldaten könnten sich weigern, kleine Kinder zu erschießen.

Daraufhin wurden ukrainische Hilfskräfte eingesetzt.

Eine Grube war bereits vorbereitet worden.

Die Kinder wurden mit Fahrzeugen zur Hinrichtungsstätte gebracht.

Dann stellte man sie an den Rand des Grabes und erschoss sie so, dass ihre Körper direkt hineinfielen.

Häfner erklärte später:

„Die Schreie waren unvorstellbar.“

Einige Kinder sollen mehrere Treffer überlebt haben, bevor sie schließlich starben.

DER OFFIZIER, DER SAH, WIE SCHÄDEL ZERPLATZTEN

Ein deutscher Offiziersanwärter sagte nach dem Krieg detailliert über die Erschießungen aus.

Er beschrieb Frauen, die knieend vor Massengräbern warteten, während SS-Männer ihnen aus wenigen Metern Entfernung in den Hinterkopf schossen.

Körper, die übereinander in die Grube fielen.

Blut, das die Erschießungskommandos bespritzte.

Schädeldecken, die durch die Kugeln zerfetzten.

Besonders erschütterte ihn die Ruhe vieler Opfer.

Sie bewegten sich „wie in einem Zug“ dem Tod entgegen.

Als hätten sie längst verstanden, dass es kein Entkommen mehr gab.

DAS MASSAKER, DAS DEN WAHREN NAZI-PLAN ENTHÜLLTE

Historiker betrachten Bila Tserkva heute als einen der frühesten Momente, in denen die nationalsozialistische Vernichtungspolitik offen auch Kinder einschloss.

Keine Deportation.

Keine Arbeitslager.

Keine Tarnung mehr.

Nur noch die systematische Ermordung ganzer Familien — einschließlich Säuglingen.

Die Ereignisse zeigten, wie schnell Hitlers Krieg im Osten zu offenem Völkermord geworden war.

DIE TÄTER, DIE DER VERGANGENHEIT NICHT ENTKAMEN

Einige Verantwortliche wurden später doch noch zur Rechenschaft gezogen.

Paul Blobel, einer der führenden SS-Offiziere hinter den Massakern, wurde im Einsatzgruppen-Prozess verurteilt und 1951 hingerichtet.

Walter von Reichenau entging einem Prozess.

Er starb bereits 1942 nach einem Schlaganfall.

Und die einst gefürchtete 6. Armee, die die Massaker logistisch unterstützt hatte, wurde später bei Stalingrad vernichtet.

Von über 90.000 deutschen Kriegsgefangenen kehrten nach dem Krieg nur wenige Tausend lebend zurück.

DER SATZ, DER HISTORIKER BIS HEUTE VERFOLGT

Vielleicht stammt die erschütterndste Aussage von Helmuth Groscurth — einem der wenigen deutschen Offiziere, die versuchten, die Ermordung der Kinder zu verhindern.

Entsetzt schrieb er damals an seine Frau:

„Wir dürfen und sollen diesen Krieg nicht gewinnen.“

Denn selbst manche Männer innerhalb der Wehrmacht begriffen zu diesem Zeitpunkt bereits die Wahrheit:

Das war kein gewöhnlicher Krieg mehr.

Es war organisierter Massenmord.