Exklusiv: Das grausame Finale des Duce – Vor 79 Jahren endete Italiens Schreckensherrschaft in einem Akt brutaler Volksjustiz
Am 28. April 1945 fand die zwei Jahrzehnte währende Diktatur Benito Mussolinis ein jähes und blutiges Ende. An einer schmucklosen Mauer in Giulino di Mezzegra wurde der gestürzte „Duce“ ohne Prozess von Partisanen exekutiert. Seine Leiche und die seiner Geliebten Clara Petacci wurden anschließend nach Mailand geschafft und der entfesselten Menge preisgegeben.
Dieser Akt öffentlicher Hinrichtung und Schändung markierte den schockierenden Schlusspunkt eines Regimes, das Italien in Ruin und Krieg gestürzt hatte. Die ikonischen Bilder der aufgehängten Leichen auf der Piazza Loreto gingen um die Welt und wurden zum Symbol für den gewaltsamen Sturz des Faschismus.
Mussolinis Aufstieg begann im Chaos der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs. Er nutzte die Wut und Verzweiflung einer gedemütigten Nation geschickt aus. Sein „Marsch auf Rom“ 1922 ebnete ihm den Weg zur Macht, die ihm König Viktor Emanuel III. übergab, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden.
In den folgenden Jahren errichtete Mussolini einen totalitären Polizeistaat. Die Züge fuhren pünktlich, die Kriminalität sank, und monumentale Bauten sollten Größe demonstrieren. Doch hinter der Fassade der Ordnung kontrollierte der Diktator Presse, Bildung und das Denken der Menschen. Sein Traum war die Wiedererrichtung eines Römischen Imperiums.

Dieser Größenwahn führte 1935 zum brutalen Angriff auf Äthiopien. Italienische Truppen setzten völkerrechtswidrig Senfgas gegen die Zivilbevölkerung ein. Die Weltgemeinschaft reagierte nur mit halbherzigen Sanktionen. Isoliert suchte Mussolini die Annäherung an Adolf Hitler, besiegelt im „Stahlpakt“ von 1939.
Italiens Eintritt in den Zweiten Weltkrieg im Juni 1940 entpuppte sich als verhängnisvolle Fehlkalkulation. Die Armee war schlecht ausgerüstet und führungsschwach. Niederlagen in Nordafrika und Griechenland zwangen Deutschland zum eingreifenden Retter. Italien wurde zur Last für die Achse.
In der Heimat brach die Versorgung zusammen. Alliierte Bombenangriffe legten Städte in Trümmer, während Mussolini weiter von Größe und Opferbereitschaft sprach. Die Landung der Alliierten auf Sizilien im Juli 1943 wurde zum Fanal. Der Faschistische Großrat setzte Mussolini ab, der König ließ ihn verhaften.

Hitler befahl umgehend die Befreiung des Verbündeten. Das spektakuläre „Unternehmen Eiche“ durch Fallschirmjäger auf dem Gran Sasso brachte Mussolini im September 1943 in deutsche Hand. Doch seine „Republik von Salò“ im Norden Italiens war ein Marionettenstaat unter deutscher Kontrolle.
Während die Alliierten 1944/45 langsam nordwärts vorrückten, erstarkte der italienische Widerstand. Partisanenverbände befreiten im April 1945 in einem allgemeinen Aufstand die norditalienischen Städte. Der zusammenbrechenden deutschen Wehrmacht folgte der flüchtende Mussolini, der in einem deutschen Konvoi unterzutauchen versuchte.
Am 27. April stoppten Partisanen der 52. Garibaldi-Brigade bei Dongo am Comer See den Konvoi. Trotz Tarnung in einer deutschen Uniform wurde der Diktator erkannt und gefangen genommen. In der Nacht zum 28. April entschied ein improvisiertes Partisanentribunal über sein Schicksal.

Um 16:10 Uhr fielen die Schüsse. Das Urteil wurde im Namen des italienischen Volkes vollstreckt, das unter Krieg, Besatzung und Terror gelitten hatte. Die Leichen wurden auf einen Lastwagen geworfen und nach Mailand transportiert, wo sich die Rache der Bevölkerung entlud.
Auf der Piazza Loreto, einem Ort früherer faschistischer Hinrichtungen, wurden die Körper geschändet und schließlich kopfüber an einer Tankstelle aufgehängt. Diese grausige Zurschaustellung sollte jeden Zweifel an der Endgültigkeit des Sturzes beseitigen.
Historiker bewerten diese Ereignisse bis heute als komplexes Gemisch aus spontaner Volksjustiz und gezielter politischer Symbolik. Sie beendeten nicht nur ein Leben, sondern zerstörten gewaltsam den Mythos des unbesiegbaren „Duce“. Der Faschismus in Italien fand kein stilles Ende, sondern einen öffentlichen, erschütternden Abgang.