DER STURZ DES „DUCE“ — WIE MUSSOLINI ALS FEIGER FLÜCHTLING ENDETE UND SEIN LEICHNAM VON EINER WÜTENDEN MENGE GESCHÄNDET WURDE

 

  1. April 1945.
    Norditalien.

Ein Lastwagen rumpelt durch die engen Straßen am Comer See.

Zwischen deutschen Soldaten kauert ein alter Mann mit zitternden Händen unter einer schmutzigen Plane.

Der Mantel, den er trägt, ist viel zu groß.

Der Stahlhelm rutscht ihm tief ins Gesicht.

Noch wenige Stunden zuvor war dieser Mann der gefürchtete „Duce“ — Benito Mussolini, Diktator Italiens und enger Verbündeter Adolf Hitlers.

Jetzt ist er nur noch ein Flüchtling.

Ein Mann auf der Flucht vor seinem eigenen Volk.

DER MANN, DER ITALIEN MIT EISERNER FAUST REGIERTE

Über zwei Jahrzehnte herrschte Mussolini mit Propaganda, Gewalt und Angst über Italien.

Er versprach Größe.

Ein neues Römisches Reich.

Militärische Stärke.

Doch am Ende hinterließ er ein zerstörtes Land voller Ruinen, Hunger und Leichen.

Sein Bündnis mit Hitler führte Italien direkt in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs.

Und nun brach alles zusammen.

DIE FEIGE FLUCHT IN DEUTSCHER UNIFORM

Im April 1945 rücken alliierte Truppen unaufhaltsam vor.

Mailand ist gefallen.

Partisanen kontrollieren die Straßen Norditaliens.

Mussolini weiß:

Wenn sie ihn erwischen, ist er tot.

Also legt er seine berühmte Uniform ab.

Keine Orden mehr.

Keine faschistischen Symbole.

Keine großen Reden vom Balkon.

Stattdessen versteckt er sich in einem deutschen Wehrmachtsmantel und hofft, unerkannt in die Schweiz fliehen zu können.

Die Verwandlung ist demütigend.

Der einstige Diktator sitzt zusammengesunken auf der Ladefläche eines Militärlasters wie ein verängstigter Bettler.

CLARA PETACCI — DIE GELIEBTE, DIE IHN NICHT VERLIESS

Mit im Konvoi fährt Clara Petacci.

Die Frau, die Mussolini seit Jahren liebt.

Sie hätte fliehen können.

Doch sie weigert sich.

Sie entscheidet sich, das Schicksal des Mannes zu teilen, der Italien in den Abgrund geführt hat.

DIE STRASSENSPERRE DES TODES

  1. April 1945.

Nahe dem Dorf Dongo stoppt plötzlich ein Kontrollpunkt der Partisanen den Konvoi.

Bewaffnete Widerstandskämpfer treten aus dem Nebel.

Viele von ihnen haben Familienmitglieder durch das faschistische Regime verloren.

Für sie ist dies keine normale Kontrolle.

Es ist persönliche Abrechnung.

„IL DUCE!“

Partisanenführer Urbano Lazzaro bemerkt sofort Unstimmigkeiten.

Einige „deutsche Soldaten“ wirken nervös.

Die Uniformen sitzen schlecht.

Hände zittern.

Dann fällt ein Ausweis zu Boden.

Keine Wehrmachtspapiere.

Italienische Dokumente.

Die Tarnung bricht zusammen.

Die Partisanen reißen Planen hoch und leuchten in die Lastwagen.

Dann erkennt ein junger Kämpfer plötzlich ein Gesicht.

Giuseppe Negri starrt auf den Mann mit dem Stahlhelm.

Und flüstert nur zwei Worte:

„Il Duce.“

Für einen Moment friert die Luft am Kontrollpunkt ein.

Da sitzt er.

Der Mann, der Italien jahrzehntelang beherrscht hat.

Verängstigt.

Versteckt wie ein gewöhnlicher Krimineller.

DIE SEKUNDEN, IN DENEN DIE FASCHISTISCHE ALLIANZ ZERBRICHT

Als Mussolini enttarnt wird, reagieren die deutschen Offiziere sofort.

Sie distanzieren sich von ihm.

Der deutsche Kommandant erklärt hektisch, Mussolini sei nur ein „Mitfahrer“.

Die Allianz zwischen Hitler und Mussolini zerfällt innerhalb von Sekunden auf einer staubigen Straße in Norditalien.

Niemand will mehr für den Diktator sterben.

DIE LETZTE NACHT DES DUCHE

Mussolini wird in ein kleines Bauernhaus im Dorf Bonzanigo gebracht.

Keine Paläste mehr.

Keine jubelnden Menschenmassen.

Keine Macht.

Nur kalte Steinwände.

Bewaffnete Partisanen.

Und die Gewissheit, dass der Morgen wahrscheinlich sein letzter sein wird.

DER DIKTATOR BETTELT UM SEIN LEBEN

In dieser Nacht versucht Mussolini alles.

Er spricht von seinen „Verdiensten“ für Italien.

Von Straßen und Gebäuden, die er errichten ließ.

Niemand reagiert.

Dann versucht er es mit Geld.

Er bietet versteckte Goldreserven an.

Er verspricht Informationen über flüchtige Faschisten.

Doch die Partisanen bleiben eiskalt.

Zu viele Dörfer wurden verbrannt.

Zu viele Menschen erschossen.

Zu viele Familien zerstört.

DAS TODESURTEIL

Während draußen noch Krieg herrscht, diskutieren die Partisanen über Mussolinis Schicksal.

Einige wollen einen Prozess.

Andere fordern sofortige Hinrichtung.

Schließlich fällt die Entscheidung:

Keine Verhandlungen.

Keine Auslieferung.

Keine zweite Bühne für faschistische Propaganda.

Das Urteil lautet:

Tod.

DER LETZTE WEG

  1. April 1945.

Partisanenführer Walter Audisio fährt mit Mussolini und Clara Petacci nach Giulino di Mezzegra.

Das Ziel ist eine ruhige Straße vor der Villa Belmonte.

Kein öffentlicher Platz.

Keine Zuschauer.

Nur hohe Mauern und Stille.

Mussolini begreift sofort:

Das ist keine Verlegung.

Das ist das Ende.

DIE HINRICHTUNG

Walter Audisio erklärt dem ehemaligen Diktator mit kalter Stimme, dass das Nationale Befreiungskomitee ihn wegen Verbrechen gegen das italienische Volk zum Tode verurteilt hat.

Mussolini versucht erneut zu verhandeln.

Er bietet Gold.

Namen.

Informationen.

Doch diesmal hört niemand mehr zu.

Clara Petacci fleht um Gnade.

Vergeblich.

Dann hebt Audisio seine Waffe.

Mehrere Schüsse zerreißen die Stille der Straße.

Mussolini und Petacci brechen sofort zusammen.

Der Mann, der sich selbst als Erneuerer des Römischen Reiches sah, stirbt innerhalb weniger Sekunden im Straßendreck Norditaliens.

DIE LEICHENPARADE VON MAILAND

Doch die Geschichte endet nicht mit der Exekution.

Sie wird noch grausamer.

  1. April 1945.

Die Leichen Mussolinis, Clara Petaccis und weiterer Faschistenführer werden nach Mailand gebracht und auf dem Piazzale Loreto öffentlich ausgestellt.

Genau dort hatten Faschisten Monate zuvor Widerstandskämpfer erschießen lassen.

Nun kehrt sich das Bild um.

DIE WUT DER MENGE

Als sich die Nachricht verbreitet, strömen tausende Menschen auf den Platz.

Viele können nicht glauben, dass der „Duce“ wirklich tot ist.

Dann eskaliert die Situation.

Menschen spucken auf die Leichen.

Andere treten gegen Mussolinis Kopf.

Steine und Gemüse fliegen durch die Luft.

Die Menge schreit.

Weint.

Jubelt.

Zwei Jahrzehnte Hass explodieren in wenigen Stunden.

DAS ENDE DES FASCHISMUS

Internationale Fotografen dokumentieren jede Sekunde.

Die Bilder gehen um die Welt.

Für viele werden sie zum endgültigen Symbol des Zusammenbruchs des europäischen Faschismus.

Der Mann, der einst Millionen hypnotisierte, endet als geschändete Leiche auf einem Platz voller wütender Menschen.

DER STURZ EINES „HALBGOTTES“

Benito Mussolini wollte als großer Eroberer in die Geschichte eingehen.

Als Wiederbeleber des Römischen Reiches.

Als unbesiegbarer Führer Italiens.

Doch die letzten Bilder seines Lebens zeigen keinen mächtigen Diktator.

Sie zeigen einen verängstigten alten Mann in einem viel zu großen deutschen Mantel.

Einen Flüchtling, der verzweifelt versuchte zu entkommen.

Und einen Tyrannen, dessen Reich innerhalb weniger Stunden zusammenbrach.