Schwarze Wolken verdunkeln den Himmel über einem Haus, in dem das Leben für eine Familie gerade eine dunkle Wendung nimmt.
Doch wer von ihnen ist an diesem Schicksal schuld?
Ich erinnere mich an jenen Tag, als ich höflich meine Schwiegermutter bat, im Zimmer nicht zu rauchen, wo unser Baby schlief. Meine Frau hatte mich mehrmals gewarnt, sie möge die Luft rein halten. Doch ich ahnte nicht, dass ihr Wunsch mich bald in eine Situation bringen würde, die mein Leben für immer verändern sollte.
Meine Frau hatte oft von ihren Streitereien mit ihrer Mutter erzählt. Doch als ich mich ihr gegenüber behaglich fühlte, konnte ich nicht ahnen, dass ihre Gefühle gegen meine Frau so tief verwurzelt waren. Als plötzlich mein Mann vor uns stand und mich anbrüllte, mich mit der volle Wucht ins Gesicht schlug und ich mich vor Schmerz wie von einem Blitz getroffen fühlte, begriff ich: ich stand nicht nur gegen meine Schwiegermutter, sondern gegen die ganze Familie.
Sie stand auf einmal hinter ihm. Ihre Augen blitzten vor triumphierendem Schadenfreude und ich sah ihre Lippen um den Mund ein winziger Lächeln zeigen, als ihr Sohn mich zusammenschlug.
Ich schielte nach ihrem Mann hin. Seine Körperhaltung war angespannt während seines Angriffs auf mich. Die Spannung, die zwischen ihnen beiden im Raum war, ließ sich fast greifen.
Auf einmal lag der Mann auf dem Boden, der Schlag, den er mir versetzt hatte, hatte ihn so abgelenkt, dass er sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Die Welle der Furcht und des Schmerz schwappte jetzt von mir zu ihm hin über und ich sah mich nicht mehr als die Figur, sondern als das Opfer, das in diesem Konflikt war.
Als er sich langsam wieder erhob, konnte ich sehen, dass er zitterte. Seine Gesichtsfächer waren von Schweiß bedeckt und seine Augen verrieten, dass ihn seine eigenen Emotionen überwältigt hatten. Sein Gesicht war ein Bild von Hass und Mitleid zugleich.
Seine Mutter lächelte zufrieden und ich begriff, dass sie genau in diesem Moment zufrieden war, weil jemand ihr in diesem Moment wehgetan worden war, der jemand anderer ist.
Alles schien still in dem Haus zu sein. Mein Herz schien im Raum zu schlagen. Die Spannung drückte sich nun von mir auf ihn über und ich sah mich nicht mehr als Gewinner in diesem Konflikt, sondern als Opfer, das in dem Moment des Triumphes von jemand anderen war.
Er hob den Kopf und blickte sein Weib an, das in ihrer Angst einen Schritt zurückgewichen war, wie von dem Schock überwältigt. Seine Augen wurden vor Mitleid mit ihr dunkler und ich sah, dass in diesem Moment das Gefühl des Jungen mit dem Hass und seiner Widerwilligkeit gegen mich umging.
Als der Mann nach 15 Minuten wieder aufstand, wußte ich, dass er sein Ziel erreicht hatte. Doch was ich nicht ahnte, war, dass die Dinge in meinem Leben nach diesem Tag nie mehr wieder dieselben sein würden.
Ihr Gesicht war ein Bild von Schmerz und Furcht, als ich sah, wie sie ihn anflehte, mich nicht zu verletzen. Doch ich wußte, er war nicht mehr an sich selbst, sondern an seine Mutter denkend.
Er ging auf mich zu und ich spürte, wie mein Blutdruck nach oben schoss. Mein Herz schien im Raum zu schlagen. Der Raum schien schummrig und dunkel. Meine Sinne waren in Alarmbereitschaft.
Weil er sich plötzlich vor mir entleerte und ich mich nicht bewegen konnte, als ich sah, dass der Mann mich zusammenschlug, begriff ich: ich stand nicht gegen meine Schwiegermutter, sondern gegen seine ganze Familie in seinem Körper. Ich war Opfer eines Krieges um Macht und Rang in einem Haushalt. Ich war ein Teil eines Konflikts, der nicht meine war, der von dem Moment des Geburts einer Tochter zwischen einer Mutter und ihrem Sohn entfacht wurde.
Als er sich abwandte, sah ich, dass seine Schwiegermutter mich mit einer seltsamen Mischung aus Triumph und Trauer ansah, als wäre sie plötzlich verloren, dass man sie, in dieser Szene, nicht mehr verstand.
Und als ich hörte, wie er sagte, “Ich bin froh, dass es dir wehgetan hat”, begriff ich, dass ich nur ein Objekt in seinem Krieg war, ein Objekt, das in diesem Moment des Triumphes verlorenging.
Ich stand da, voller Schmerz und Furcht, aber auch mit einem Gefühl des Glücks, weil ich endlich verstanden hatte, dass ich nicht mehr in diesem Konflikt steckte, sondern dass ich nur ein kleiner Teil davon war. Ich war aus dem Spiel heraus und mein Herz, das für so lange Zeit zitterte, fühlte sich endlich frei.
Und so stand ich da, wie ein Krieger, der nach dem Kampf seine Waffe ablegt, sein Herz voll von Frieden und Hoffnung.
Und ich hörte die Worte des Mannes im Hintergrund, die nur noch ein fernes Echo waren, weil mein Herz mit einer anderen Stimme gefüllt war, die sagte: “Das ist nur ein Teil von deinem Leben und bald wirst du ein neues Kapitel in dein Tagebuch eintragen, Kapitel, das mit Glück verweht ist.”
Und so endete der Kampf und ich begann mich wieder in mich selbst zurück in eine Welt der Hoffnung, in die Welt der Menschen zu bewegen, die einst mit mir zusammen, in einem Haushalt mit Familie, Mitleid und Liebe, gelebt haben, wie ein Spieler, der den Ausgang eines Spiels nicht mehr versteht, weil er nicht mehr im Spiel steht, er ist endlich wieder zu sich zurückgefunden, in seinem Herzen ein neues Kapitel geschrieben, mit dem, was er in dieser Welt ausstehen muss, die von Liebe, Freiheit und Vergebung, erfüllt ist.
