Wiedersehen nach 12 Jahren – ein Herzenswunsch wird wahr

Eine Krankenschwester aus Castrop-Rauxel erfüllt einen Herzenswunsch: Ulrike, die seit Jahren verletzten Kindern aus Krisengebieten hilft, hat ihr Pflegekind Kulot aus dem Jemen nach zwölf Jahren endlich wiedergefunden. Nach jahrelanger Suche kamen Kulot und Ulrike zu einem emotionalen Wiedersehen in Deutschland zusammen.

 

 

Seit über 15 Jahren engagiert sich Ulrike als Stationsleiterin im St. Rochus Hospital und als freiwillige Helferin für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. Viele der kleinen Patienten erleiden schwerste Verletzungen und können in ihrer Heimat nicht angemessen behandelt werden. Ulrikes Liebe und Fürsorge sind oft ihr letztes Hoffnungszeichen.

 

Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr Kulot, ein Mädchen aus dem Jemen. 2001 kam die damals siebenjährige mit einer schweren Beinverletzung nach Deutschland. Ulrike betreute sie liebevoll und nahm sie sogar zeitweise bei sich auf – das Mädchen wurde zur Tochter auf Zeit, doch nach der Rückkehr in ihre Heimat riss der Kontakt ab.

 

Ein unerfüllter Herzenswunsch lastete lange Zeit auf der Helferin: Ulrike wollte Kulot wiederfinden und erfahren, wie es ihr ergangen war. Unterstützung kam durch das Hammer Forum, eine Organisation, die Kinder aus Krisengebieten zur medizinischen Behandlung nach Deutschland bringt. Dessen Akten lieferten erste Hinweise.

 

Die Suche gestaltete sich schwierig, denn die Lage im Jemen ist durch Krieg und Politik instabil, was eine direkte Reise dorthin nahezu unmöglich macht, gerade für eine Frau allein. Dennoch gab Dr. Ali Al Zarqawi, ein erfahrener Arzt und Mitarbeiter des Hammer Forums vor Ort, Hoffnung, indem er Kontakte und Informationen weitergab.

 

Dank des beharrlichen Engagements von Julia Leischik, die Ulrike bei ihrer Arbeit begleitete, und der unterstützenden Hilfe des Hammer Forums gelang es schließlich: Kulot konnte nach Deutschland eingeladen werden. Beim emotionalen Wiedersehen am Bahnhof in Köln flossen Tränen der Freude und Erleichterung.

 

Kulot, inzwischen 20 Jahre alt, berichtete von den harten Lebensumständen im Jemen: Schulabbruch, familiäre Probleme und anhaltende Schwierigkeiten. Doch die Behandlung und die Zeit bei Ulrike stärkten sie. Das Wiedersehen bestätigte die tiefe Verbindung zwischen den beiden, die niemals verloren gegangen war.

 

Vier Wochen verbrachte Kulot erneut in Deutschland bei Ulrike. Diese intensive Zeit festigte ihre Bindung weiter und brachte Heilung über die körperlichen Wunden hinaus. Trotz der Rückkehr des Mädchens in den Jemen ist klar, dass ihre Beziehung Bestand hat und sie sich nie wieder verlieren werden.

 

Ulrikes unermüdlicher Einsatz, ihre Liebe und ihre Hartnäckigkeit zeigen, wie persönliche Zuwendung Leben retten kann – über Grenzen hinweg und trotz widriger Umstände. Dieses bewegende Wiedersehen ist ein starkes Zeichen für Menschlichkeit und Hoffnung in einer oft hoffnungslosen Welt.